Wellness für Männer
Investition in den Körper und Karriere-Kick
Zu Beginn des Wellness-Trends waren es vor allem die Frauen, die die wohltuenden Massagen, Beauty-Behandlungen, Aromatherapien und Entspannungsübungen in den Bade- und Saunalandschaften der auf Wellnessreisen spezialisierten Hotels nachfragten. Oft stellten sie 90% der Gäste, Männer hielten sich dagegen eher fern.
Was war der Grund? Sich etwas Gutes tun, sich verwöhnen lassen, lustvoll entspannen und genießen – der Begriff „Wellness“ wurde hierzulande lange fast ausschließlich als Synonym für „Wohlfühlen“ verstanden. Die Option, sich genießerisch dem eigenen Befinden zu widmen, erschien männlichen Interessenten als zu zweckfrei und „verzärtelnd“, um dafür Zeit, Geld und Aufmerksamkeit zu investieren.
Mittlerweile hat sich die Situation allerdings verändert: Bis zu einem Drittel der Gäste in den Wellness-Hotels und den vielen neuen SPAs sind Männer. Vielerorts werden spezielle Arrangements als „Wellness für Männer“ angeboten, in deren Rahmen Fitness, gesunde Ernährung, das Erlernen eines effektiven Stress-Managements („mentales Wohlbefinden“) und vielfältige sportliche Aktivitäten im Vordergrund stehen.Â
So verstanden nähert sich Wellness der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs wieder mehr an: der nachhaltige Nutzen für die Gesundheit zeichnet ein ganzheitlichen Wellness-Angebot aus, nicht allein schon die Möglichkeit, mal angenehm abzuschalten und zu entspannen.
Wellness für Männer gilt zunehmend als Investition in die eigene Karriere: nur wer körperlich, psychisch und geistig voll fit ist und es auch bleibt, kann in unserer rundum beschleunigten und Flexibilität fordernden Leistungsgesellschaft nachhaltig erfolgreich sein. Gewachsenes Gesundheitsbewusstsein und die vielfachen Warnungen vor dem gefürchteten „Burn Out“ tun ein Übriges, die Botschaft auch bei Männern ankommen zu lassen: Wellness tut nicht nur gut, sondern ist ein Muss für alle, die weiter mithalten wollen.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass auch das gewandelte männliche Schönheitsideal seit den 90gern zum Wellness- und Beauty-freundlicheren Bewusstsein der Herren der Schöpfung beiträgt: Der gut aussehende, gepflegte, sportlich trainierte Mann hat nicht nur im Reich der Erotik bessere Karten. Es ist – unabhängig davon, wie man das nun bewertet – wissenschaftlich erwiesen, dass „schönere Menschen“ die Karriereleiter leichter empor klimmen als weniger gut aussehende, denen der Stress ins Gesicht geschrieben steht. Der sanfte Druck, auch mal etwas fürs eigene Aussehen zu tun, hat seitdem auch die Männlichkeit erreicht. Und mal ehrlich: das ist auch ganz gut so.





