Was ist „Medical Wellness“ ?
Unter der Überschrift “Wellness” werden heute ganz unterschiedliche Wohlfühl-Angebote und Dienstleistungen verstanden: Wanderkurse, Kneipp-Kuren, Beauty-Treatments, Moorbäder, Fitness-Kurse und Sauna-Landschaften werben um erholungssuchende Gäste.
Auch Bewegungsübungen wie Yoga und TaiQi, QiGong und sogar Meditation firmieren unter „Wellness“, so dass die Vielfalt schon mal den Eindruck der Beliebigkeit und Unüberschaubarkeit macht.
„Medical Wellness“ ist ein Begriff, der dieser Unübersichtlichkeit ein klares Konzept gegenüber stellen will. Der Deutsche Wellness-Verband schreibt dazu: „Wellness wird hierzulande häufig nur mit passivem Verwöhntwerden, Sauna und Whirlpool, Sinnesrausch und luxuriösem Ambiente in Verbindung gebracht. Dies wird dem eigentlichen Inhalt dieses Gesundheitskonzeptes in keiner Weise gerecht.“
Schon „Wellness“ war ursprünglich weit mehr als ein Wohlfühl-Programm: Der Begriff wurde von dem amerikanischen Arzt Kenneth H. Cooper und dem Sozialmediziner Halbert Dunn eingeführt und von den Begriffen Well-being und Fitness abgeleitet, meint also einerseits Wohlbefinden und Spaß, andererseits Gesundheit und eine gute körperliche Verfassung. In den 70ern erarbeiteten dann die Wellness-Pioniere Donald B. Ardell und John Travis im Auftrag der US- Regierung neue ganzheitliche Gesundheitsmodelle, die auf Vorbeugung und Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit aufbauten. Nach dem Verständnis Ardells beschreibt Wellness einen Zustand von Wohlbefinden und Zufriedenheit und besteht aus den Faktoren Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperliche Fitness, Stressmanagement und Umweltsensibilität.
Diese ganzheitliche Sicht der Dinge entspricht in etwa dem, was heute als „Medical Wellness“ bezeichnet wird. Es handelt sich im Grunde um Verhaltensmedizin („behavioral medicine“): medizinisch relevante Ziele sollen durch eine diagnostisch begründete Wahl von Verhaltens- und Einstellungsänderungen – kurz: Lebensstiländerungen – erreicht werden. Mit Recht dürfen sich also jene Kuren, Kurse und Gesundheitsurlaube mit dem Label „Medical Wellness“ schmücken, die eine ärztliche Begleitung umfassen und auf den Gast und sein konkretes Befinden zugeschnittene Anwendungen und Behandlungen anbieten. Anleitungen und Motivation für einen gesünderen Lebensstil im Alltag gehören ebenfalls dazu.
Da die Begrifflichkeiten rund um „Wellness“ sowohl in Deutschland als auch international noch sehr unscharf sind, haben sich die wichtigsten Verbände der Branche auf dem ersten Medical Wellness Kongress 2007 in Berlin auf eine Definition geeinigt. Da heißt es jetzt:
„Medical Wellness beinhaltet gesundheitswissenschaftlich begleitete Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität und des subjektiven Gesundheitsempfindens durch eigenverantwortliche Prävention und Gesundheitsförderung sowie der Motivation zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil”.
Wer „Medical Wellness“ einmal praktisch erleben will, könnte zum Beispiel eine Ayurveda-Kur machen. Diese umfassende Gesundheitslehre beinhaltet weit mehr als angenehme Ölmassagen und entspricht damit vielerorts den Anforderungen der „Medical Wellness“ voll und ganz.






Am 3. September 2009 um 08:49 Uhr
[…] Ayurveda-Kuren und Heilbehandlungen werden auch hierzulande angeboten, sie zählen mit Recht zur „Medical Wellness“. Im Artikel „Ayurveda – das Wissen vom Leben“ haben wir ihren ganzheitlichen Aspekt […]