Traditionellen Chinesischen Medizin II
Yin und Yang
Krankheit entsteht aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin durch ein Missverhältnis der polaren Energien Yin und Yang, die über verschiedene Energiebahnen (Meridiane) durch den Körper und zu den Organen fließen.
Neben Unfällen und den Folgen einer falschen Lebensweise gehören äußere Faktoren wie etwa Kälte, Wind und Feuchtigkeit zu den krankmachenden Faktoren. Zum zweiten gibt es innere, emotionale Faktoren wie Ärger, Stress, Angst, Frustration und Trauer: dauern diese Zustände zu lange, bringen sie die Lebenskraft (Chi) aus dem Gleichgewicht und Störungen treten auf. Besonders empfindlich reagieren Herz und Leber, was nach TCM-Auffassung häufig zu chronischen Erkrankungen führt.
Im Reich der westlichen Wissenschaften wurde ein vergleichbarer Ansatz erst mit der Psychoanalyse und deren Anwendung auf körperliche Krankheiten durch Georg Groddeck gefunden, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Massagen des Körpers durch “Lockerungen von Seelenverkrampfungen” ergänzte. Er gilt als Begründer der modernen psychosomatischen Medizin, die jedoch im Gesundheitssystem nach wie vor ein Schattendasein führt und erst dann in Betracht gezogen wird, wenn keine physisch greifbaren Symptome festgestellt werden können.
Die fünf Elemente bzw. Wandlungsphasen
Das TCM-Konzept der fünf Wandlungsphasen ordnet alle Naturphänomene einem der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zu. Ihr harmonisches Zusammenspiel bewirkt Gesundheit und Wohlbefinden, ein Zuviel oder Zuwenig einzelner Elemente führt zu Ungleichgewichten und damit zu Krankheit und Missbefinden.
Ihre Entsprechung haben die Wandlungsphasen zum Beispiel in den Jahreszeiten, im Tagesablauf und auch in den Lebensphasen des Menschen, in denen jeweils andere Elemente dominieren. Daraus ergibt sich, dass sich auch der jeweilige Lebensstil den Gegebenheiten der Jahres- und Tageszeit, sowie dem Lebensalter anpassen muss, wenn ein Maximum an Harmonie erreicht werden soll.
Die Ernährungslehre
Am Beispiel der Ernährungslehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird klar, wie die Grundprinzipien in der Lebenspraxis Anwendung finden: Jede Mahlzeit soll möglichst alle fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf, salzig) und auch alle fünf Farben (grün, rot, gelb, weiß und blau/schwarz) enthalten.
Die Lebensmittel werden in Yin- und Yang-Nahrung eingeteilt, wobei Yang für Wärme steht und Yin für Kälte. Das bezieht sich nicht auf die Temperatur der Nahrung, sondern auf die Wirkung, die sie im Organismus haben: Gewürze erzeugen z.B. Wärme, Gurken und Tomaten kühlen. (Und wirklich: wer hat schon im herein brechenden Winter noch Lust auf einen “Sommersalat”?) Daneben gibt es noch neutrale Nahrungsmittel wie Kohl, Möhren, Hülsenfrüchte oder Getreide.





