Effektiv entspannen mit Entspannungstechniken - Teil III
Neben dem vorherigen Artikel zu Entspannungstechniken beschriebenen Autogenen Training und der Progressiven Muskeltenspannung gibt es noch eine Fülle weiterer Techniken, derer man sich bedienen kann, um sich zu entspannen und wieder zur inneren Ruhe zu finden. Manche lassen sich fast überall im Alltag einsetzen, für andere braucht es Hilfsmittel oder Kurse, um sie richtig ausüben zu können.
Die Atemmeditation kann z.B. auch gut am Arbeitsplatz geübt werden: Man setzt sich aufrecht hin, legt die Hände in den Schoß, schließt die Augen und spürt erst einmal durch den Körper: Wie fühlen sich die Füße, Beine, Oberschenkel an? Und Bauch, Brust, Arme, Hals und Kopf? Nach diesem “Intro” wird die Aufmerksamkeit auf den Atem konzentriert, entweder auf das Heben und Senken der Bauchdenke, oder auf den Luftstrom, wie er durch die Nasenflügel strömt.
Ablenkende Gedanken lässt man wie Wolken vorüber ziehen und kehrt gedanklich einfach wieder zum Atem zurück. Nach ein paar Minuten wird die Übung mit ein paar tiefen Atemzügen beendet. Räkeln und strecken, aufstehen und herum laufen bringen den Übenden in den Alltag zurück, weit frischer und wacher als zuvor.
Frischluftpausen zwischendurch kannten schon unsere Großväter und Mütter, doch sind sie unverändert nützlich und hilfreich, um den den Kopf wieder klar zu bekommen. Denn das Gehirn braucht stets genug frischen Sauerstoff, um gut zu funktionieren.
Sauerstoffmangel in spärlich gelüfteten Räumen führt leicht zu Kopf- und Gliederschmerzen, Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsschwäche. Also: Fenster auf und mehrfach tief einatmen! Ein wenig den Körper schütteln, strecken und dehnen passt gut dazu, wer mag, macht ein paar Kniebeugen und tut so auch gleich etwas für die Fitness.
Komplexer als diese kurzen Entspannungstechniken ist das von Dr. Jakob Derbolowsky eingeführte Trophotraining: eine einfache Übungsfolge, die aus dem Autogenen Training und anderen meditativen Methoden entwickelt wurde. Sie ist leichter zu erlernen, benötigt nur drei Minuten für die Ausübung und ist ebenfalls für den Arbeitsplatz geeignet.
Trophotrainig wird in Gesundheitszentren und Volkshochschulen angeboten, kann aber auch autodidaktisch mit dem Buch des Begründers („Trophotraining. So fühle ich mich wohl“) erlernt werden.
Vergleichsweise technisch funktioniert das Biofeedback-Training: Hier bedarf es eines interaktiven Computerprogramms und etlicher Sensoren, die Hautwiderstand, Muskelspannung und Herztätigkeit während des Übens messen. Die so gewonnenen Daten setzt das Programm optisch und akustisch um, so dass man genau sehen kann, wie entspannt man bereits ist – oder eben nicht. Entsprechnde Geräte und ausgebildete Anleiter finden sich in Gesundheitszentren und mancher psychologischen Praxis.
Einen großen Bekanntheitsgrad haben seit Jahren auch die Fünf Tibeter: einfache, Yoga-ähnliche Körperübungen, die mit autosuggestiven Sätzen verbunden werden. Täglich geübt, entfalten sie erstaunliche Wirkungen, machen beweglicher und verhelfen zu einem insgesamt entspannteren Leben. Für alle, die den Aufwand eines Yoga-Kurses scheuen, bieten sich die Fünf Tibeter als geeignete Kurzform an. Unter kundiger Anleitung erlernen muss man sie gleichwohl, denn auch diese Übungen kann man ohne Anleitung falsch machen!
Wer es inmitten eines stressigen Berufslebens einfach nicht schafft, die eine oder andere Entspannungstechnik zu erlernen, der kann einen entspannenden Wellness-Urlaub als Auszeit und Einstieg in ein gesünderes Leben nutzen. Ein paar Tage in gänzlich anderer Umgebung, allein dem eigenen Wohlbefinden und der Besinnung auf das Wesentliche gewidmet, können Wunder wirken!






Am 19. Mai 2008 um 10:09 Uhr
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