Yoga II: Abnehmen, fit werden, glücklicher leben
Montag, den 22. November 2010
Nachdem wir im ersten Teil dieses Artikels die bekanntesten Yoga-Stile vorgestellt haben, soll es in dieser Folge um die etwas exotischeren Formen der erfolgreichen Übungstradition gehen.
Bikram-Yoga: Üben und schwitzen
Der besonders schweißtreibende Stil ist nach seinem Begründer, dem indischen Yogalehrer Bikram Choudhury, benannt. Es handelt sich um eine markengeschützte Serie von 26 Yoga-Übungen, die in bis zu 40 Grad warmen Räumen durchgeführt werden.
Die auch als „Hot Yoga“ bekannte sehr körperorientierte Stilrichtung nutzt die erhöhte Raumtemperatur, in der Muskeln und Sehnen besonders geschmeidig und flexibel werden, so dass ein besonders sicheres Üben möglich sei. Das Schwitzen soll den Körper entgiften, zudem verbraucht eine solche, sehr fordernde Yoga-Stunde recht viele Kalorien – sprich: man nimmt dabei ab. Wer Bikram-Yoga ausüben will, sollte wegen des hohen Flüssigkeitsverlusts allerdings über einen stabilen Kreislauf verfügen.
Kriya-Yoga: sehr spirituell
Eine sehr alte indische Übungsmethode, bestehend aus speziellen Körper- und Atemübungen, Reinigungstechniken und Meditation mit dem Schwerpunkt auf der spirituellen Geistesschulung. Der im Westen bekannteste Vertreter war der Inder Paramahamsa Yogananda.
Die Techniken des Kriya Yoga weisen wissenschaftliche Grundzüge auf und basieren auf Atemkontrolle, doch umfassen sie den gesamten Lebensstil und werden im einzelnen geheim gehalten, bzw. nur von autorisierten Lehrern an die Schüler weiter gegeben. Wer Kriya-Yoga praktiziert, muss also bereit sein, sich auf eine indisch inspirierte spirituelle Schule einzulassen – allein als Gesundheits- oder Fitness-Übung ist der Stil ungeeignet.
Jivamukti-Yoga: der Promi-Sport
Der durch verschiedene Stars (Sting, Christy Turlington) bekannt gewordene Stil wurde von Sharon Gannon und David Life in New York begründet.
Trotz dieses Ursprungs ist Jivamukti jedoch weit mehr als ein angesagter Trend, der eine gute Figur macht. Ähnlich dem Asthanga-Yoga sind die Bewegungen fließend und in den fortgeschrittenen Varianten körperlich sehr fordernd. Atemtechniken (Ujjai Pranayama, Kapalabhati Pranayma) spielen ebenfalls eine große Rollen, genau wie das „Chanten“ von Mantras, Meditationsübungen und Lektionen über östliche Philosophien und einen glückbringenden Lebensstil. Typisch für Jivamukti-Yoga ist auch, dass der Lehrer die Schüler mit Körpereinsatz korrigiert – also nichts für Kontaktmuffel!
Yoga-Pilates – eine west-östliche Synthese
Das manchmal auch als „Yogilates“ bezeichnete Training ist eine Synthese aus Hatha-Yoga-Asanas und Übungen von Joseph Pilates. Es handelt sich um ein Fitness-Programm, das Elemente aus asiatischen Techniken und westlicher Gymnastik miteinander kombiniert. Harmonische, fließende Bewegungen sollen Durchblutung und Körperwahrnehmung verbessern, wobei stets mehrere Muskelgruppen gleichzeitig trainiert und gedehnt werden.
Die Übungen sind geeignet, den gesamten Körper zu kräftigen, vermitteln also eine bessere Balance und sichere Haltungen im Alltag. Auch zum Stress-Abbau wird diese Übungsform empfohlen, die auch von weniger fitten und älteren Menschen gut ausgeübt werden kann.
Einen geeigneten Yoga-Lehrer finden
Um einen Yoga-Stil zu finden, der einem zusagt, kann man vielerorts Probestunden nehmen, oft sogar kostenlos. Es lohnt sich, länger nach einer geeigneten Yoga-Schule bzw. einer Lehrerin oder einem Lehrer zu suchen, der über eine mindestens dreijährige Fachausbildung verfügen sollte. Das Verzeichnis beim Bund Deutscher Yogalehrer (BDY) kann z.B. dabei helfen: hier sind nur Lehrer aufgeführt, die eine intensive, mehrjährige Ausbildung nach den Vorgaben des Verbandes hinter sich haben.
Ganz beiläufig lernt man Yoga gelegentlich auch im Rahmen von Wellness- und Gesundheitsurlauben oder als morgendliche Gymnastik im Kontext verschiedenster Workshops und Gruppentherapien kennen. Wem es gelingt, Yoga in seinen Alltag einzubauen, hat auf jeden Fall schon viel für einen gesünderen Lebensstil getan.





