Archiv der Kategorie ‘Wellness-Themen‘

Von Fango, Kreide und Moor: Schlamm macht nicht nur schön

Sonntag, den 9. Dezember 2007

Weiß, ocker, braun und schwarz sind die Farben der heilenden Erden, die unter dem Oberbegriff „Schlamm“ zusammengefasst werden. Schon 3000 vor Christus behandelten die alten Ägypter Gliederschmerzen, Rheuma und Hautprobleme mit feinen Tonerden aus dem Nil. Die natürliche Eigenschaft des Schlamms, krankheitserregende Mikroorganismen abzutöten, nutzten sie zum Konservieren ihrer Mumien. Genau diese Wirkung ist es, die auf lebendiger Haut so heilsam und verschönernd wirkt: Schädliche Stoffe werden heraus gezogen, Mineralien zugeführt, Verletzungen schwellen ab, Entzündungen trocknen. Ein Segen für Aknegeplagte und Neurodermitiker, doch auch ganz normale Haut wird wunderbar streichelzart. Zudem gleicht die Heilerde das Base-Säure-Gleichgewicht aus – und das nicht nur äußerlich: als Heiltrunk eingenommen, wirkt sie entgiftend und senkt hohe Blutfettwerte. Im Wellness-Bereich erlebt der natürliche Stoff heute eine vielfältige Renaissance. Hier eine kleine Übersicht über die gängigen Schlamm-Varianten und Behandlungsweisen:

Kreide und Fango nennt man auch die „wärmespeichernden Geschwister”: Die Rügener Kreide ist 70 Millionen Jahre alt, Naturfango hat 40 Millionen Jahre auf dem Buckel. Beide Stoffe speichern Wärme etwa eine dreiviertel Stunde und lindern Rheuma, Rücken- und Gelenkbeschwerden, Neuralgie und Ischias. Fango-Packungen werden erwärmt und aufgelegt, pulverisierte Kreide wird als Maske aufgetragen und saugt Schlackestoffe aus der Haut.

Meeresschlick aus dem Wattenmeer ist der reinste Erdextrakt und führt der Haut Feuchtigkeit zu. Schwefel, Kieselsäure und Jod machen sie elastisch. Ein Bad im Schlick regt Hautdrüsen und Hautstoffwechsel an, durch die Erwärmung scheidet die Haut auch Harnsäure aus, was Gichtpatienten besonders schätzen. Mit Algen angereicherter Schlick findet im Rahmen mancher Thalasso-Kur Anwendung. Körperpackungen mit Meeresschlick werden gerne als „asiatisches Körperpeeling“ angeboten.

Moorbäder bestehen im Gegensatz zum vornehmlich mineralischen Fango aus überwiegend pflanzlichen Bestandteilen. Seit mehr als 200 Jahren gibt es in Deutschland Badeorte, die Moorbäder zur Entspannung und als Therapie anbieten. Heilmoor unterliegt dem Arzneimittelschutzgesetz und gilt heute als Therapeutikum der Naturheilmedizin, doch schätzen auch Wellness-Urlauber die schwabbelige Masse, die mit ihrer Wärme wunderbar entspannt und wie Balsam auf gestresste Nervenkostüme wirkt.

Zum Schluss sei eine besonders wohltuende und auch die Laune hebende Anwendung heilender Schlämme erwähnt: das orientalische Rasulbad. Nach einer intensiven Körperreinigung werden verschiedenfarbige Schlämme gereicht, mit denen man sich selbst oder einen Partner vom Gesicht bis zu den Zehen einreibt. So zum „schönen Wilden“ geworden, genießt man nun eine halbe Stunde ein wohliges Dampfbad, vielerorts kombiniert mit farbigem Licht und entspannenden Klängen. Weiteres Verreiben der farbigen Erde ergibt ein tolles Körper-Peeling, das zum schönen Schluss der Dampfbad-Phase mittels eines heftigen „Regens“ oder über Schlauchgüsse abgewaschen wird. Es folgt sorgfältiges Einölen zur Rückfettung der Haut, danach ein wenig Ruhe - und schon fühlt man sich wie neu geboren!

Massage - die Kunst der heilenden Berührung

Donnerstag, den 1. November 2007

Ayurvedische Synchron-MassageWer heute eine Wellnessreise plant, um sich vom Stress der Arbeitswelt mal so richtig zu erholen, hat die Qual der Wahl: unzählige Wellness-Hotels, SPAs, Saunalandschaften und Kureinrichtungen konkurrieren mit vielfältigen Angeboten um den Entspannung suchenden Gast. Massagen spielen dabei eine immer größere Rolle, den kaum eine Behandlung hat so unmittelbare Wirkung aufs aktuelle Wohlbefinden wie die „Kunst der heilenden Berührung“.

Wer Zeit und Lust hat, kann einen Wellness-Urlaub dazu nutzen, unterschiedliche Massagen kennen zu lernen, um dann diejenige Behandlungsform, die individuell die beste Wirkung erzielt, auch in der Heimat fortzusetzen. Als fester Bestandteil der „Work-Life-Balance“ entfalten regelmäßige Massagen nachhaltigere Wirkungen und sind z.B. für Menschen, die im Beruf viele Stunden vor Monitoren sitzen, ein wunderbarer Ausgleich.

Um ein wenig Orientierung im Dschungel der Massage-Angebote zu schaffen, seien hier einmal die wichtigsten und bekanntesten Behandlungsweisen aufgelistet:

  • Klassische Massage:  hierzulande die „Mutter aller Massagen“.
    Man bekommt sie sogar vom Arzt verschrieben, denn ihre medizinischen Wirkungen sind unumstritten. Streichen, Reiben, Kneten, Klopfen und Vibrieren sind ihre Methoden, der „Zugriff“ des Masseurs ist eher kräftig. Durch die Behandlung werden die Muskeln gelockert und Verspannungen beseitigt. Danach fühlt man sich wie neu geboren.
  • Ayurveda-Massage:  eine Massage-Art mit viel Öl, sowohl als Kopf-, wie auch als Ganzkörpermassage möglich, oft auch „vierhändig“.  Die seit über 3500 Jahren bewährte Behandlung, die ihre Wurzel in der altindischen Hochkultur hat, bringt Körper, Geist und Seele in harmonische Balance.  Snehana, die „Behandlung der liebenden Hände und Herzen“ wirkt besonders wohltuend und ausgleichend bei allen vegetativen Störungen und stressbedingten Beschwerden und eignet sich hervorragend als prophylaktische Maßnahme.
  • Thai-Massage:  eine uralte, kraftvolle Massage-Art, die mit den Druckpunkten der Meridiane aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) arbeitet. Zur Behandlung werden Handballen und Daumen, oft auch Ellenbogen und Füße eingesetzt. Zudem wird der Klient in “passive Yogahaltungen” gebracht - daher die volkstümliche Bezeichnung “Yoga für Faule”. Verspannungen und Verhärtungen werden in der Thai-Massage abgebaut, der Bewegungsapparat wird gelockert, Kreislauf und Stoffwechsel angeregt.
  • Esalen-Massage: die “Kunst der bewussten Berührung”. Eine Ganzkörpermassage aus leicht fließenden Streichungen über die Gesamtlänge des Körpers, verbunden mit passiven Gelenkbewegungen und tiefer Strukturarbeit an Muskeln und Gelenken. Sanfte, wiegende Bewegungen, stets im Einklang mit der Atmung, sind für die Esalen-Massage typisch. Im Unterschied zur klassischen Massage wird nicht geklopft und kaum geknetet. Elemente aus verschiedenen Richtungen der Körperarbeit, wie etwa, Feldenkrais,  Cranio-Sacral-Therapie, Rolfing, Polarity und Akupressur werden integriert.
  • Shiatsu-Massage:  Japanische Fingerdruck-Massage, die aus der traditionellen chinesischen Massage (Tuina) hervorgegangen ist und ebenfalls mit den Druckpunkten der Meridiane arbeitet. Zur Berührung werden nicht nur Finger und Hände, sondern auch der ganze Körper eingesetzt. Dabei arbeitet der Behandelnde weniger mit Muskelkraft als mit seinem Körpergewicht und versucht, während der Behandlung eine energetische Beziehung zum Klienten aufzubauen (Energie hier im Sinne des chinesischen „Chi“). Mit der Shiatsu-Massage wird das physische, emotionale und geistige Wohlbefinden auf ganzheitliche Weise befördert – man fühlt sich hinterher leicht und deutlich beweglicher als zuvor.
  • Natürlich gibt es noch viel mehr Massage-Formen als hier aufgezählt werden können. Bei der Auswahl empfiehlt es sich, auch darauf zu achten, welche Qualifikation der Behandler mitbringt – dann ist jedenfalls eines garantiert

Wellness für Männer

Dienstag, den 23. Oktober 2007

Investition in den Körper und Karriere-Kick

Zu Beginn des Wellness-Trends waren es vor allem die Frauen, die die wohltuenden Massagen, Beauty-Behandlungen, Aromatherapien und Entspannungsübungen in den Bade- und Saunalandschaften der auf Wellnessreisen spezialisierten Hotels nachfragten. Oft stellten sie 90% der Gäste, Männer hielten sich dagegen eher fern.

Was war der Grund? Sich etwas Gutes tun, sich verwöhnen lassen, lustvoll entspannen und genießen – der Begriff „Wellness“ wurde hierzulande lange fast ausschließlich als Synonym für „Wohlfühlen“ verstanden. Die Option, sich genießerisch dem eigenen Befinden zu widmen, erschien männlichen Interessenten als zu zweckfrei und „verzärtelnd“, um dafür Zeit, Geld und Aufmerksamkeit zu investieren.

Mittlerweile hat sich die Situation allerdings verändert:  Bis zu einem Drittel der Gäste in den Wellness-Hotels und den vielen neuen SPAs sind Männer. Vielerorts werden spezielle Arrangements als „Wellness für Männer“ angeboten, in deren Rahmen Fitness, gesunde Ernährung, das Erlernen eines effektiven Stress-Managements („mentales Wohlbefinden“) und vielfältige sportliche Aktivitäten im Vordergrund stehen. 

So verstanden nähert sich Wellness der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs wieder mehr an:  der nachhaltige Nutzen für die Gesundheit zeichnet ein ganzheitlichen Wellness-Angebot  aus, nicht allein schon die Möglichkeit, mal angenehm abzuschalten und zu entspannen.

Wellness für Männer gilt zunehmend als Investition in die eigene Karriere: nur wer körperlich, psychisch und geistig voll fit ist und es auch bleibt, kann in unserer rundum beschleunigten und Flexibilität fordernden Leistungsgesellschaft nachhaltig erfolgreich sein. Gewachsenes Gesundheitsbewusstsein und die vielfachen Warnungen vor dem gefürchteten „Burn Out“ tun ein Übriges, die Botschaft auch bei Männern ankommen zu lassen: Wellness tut nicht nur gut, sondern ist  ein Muss für alle, die weiter mithalten wollen.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass auch das gewandelte männliche Schönheitsideal seit den 90gern zum Wellness- und Beauty-freundlicheren Bewusstsein der Herren der Schöpfung beiträgt: Der gut aussehende, gepflegte, sportlich trainierte Mann hat nicht nur im Reich der Erotik bessere Karten. Es ist – unabhängig davon, wie man das nun bewertet – wissenschaftlich erwiesen, dass „schönere Menschen“ die Karriereleiter leichter empor klimmen als weniger gut aussehende, denen der Stress ins Gesicht geschrieben steht.  Der sanfte Druck, auch mal etwas fürs eigene Aussehen zu tun, hat seitdem auch die Männlichkeit erreicht. Und mal ehrlich: das ist auch ganz gut so.