Ayurveda – Teil III: Fernöstliche Heilbehandlungen und Wellness-Angebote
Mittwoch, den 30. September 2009
Im letzten Teil unserer Artikelserie über Ayurveda ging es vornehmlich um die vielfältigen Massagen, die als Ganzkörper- oder Teilmassagen (Kopf, Füße, Rücken) in heute vielen Wellnesshotels und Kur-Einrichtungen angeboten werden.
Dies ist allerdings noch nicht alles, was die alte indische Heilkunst zu bieten hat, die den Anspruch erhebt, ganz im Sinne des Medical-Wellness-Trends dem ganzen Menschen eine gesunde Lebensweise zu vermitteln. Eine Ayurveda-Wellness-Woche kann ein guter Einstieg sein, um auch dauerhaft mehr Bewegung, Entspannung und nicht zuletzt eine gesündere Ernährung in die eigene Lebenspraxis zu bringen.
Ayurvedische Diagnosen
Anders als die eher technischen Diagnoseverfahren der westlichen Medizin basieren Ayurvedische Diagnosen auf Augenschein und Berührung: Um die individuelle Verteilung der drei Energien (Doshas) zu bestimmen und Störungen im Gleichgewicht festzustellen, beachtet der Arzt alle Aspekte der körperlichen Erscheinung wie Stimme, Augen, Hautbild und die Gesamterscheinung. Berühmt ist die Puls- und die Zungendiagnose, beides Verfahren, die Erfahrung erfordern und dem Arzt Aufschluss über vorhandene Krankheitsbilder geben, ohne dass eine chemische Analyse erforderlich wäre.
Wer eine Ayurveda-Kur bucht und zum Einstieg solche aufwändigen Diagnosen erlebt, bekommt oft schon allein aufgrund der intensiven Zuwendung und Aufmerksamkeit, die sie erfordern, einen sehr positiven Eindruck von der ayurvedischen Heilkunst. Was der Arzt durch sie erfährt, ist zudem immer ganz individuell, so dass alle weiteren Behandlungen (Massagen, Packungen, Kräutermedizin, Tees etc.) auf die spezielle Situation des Gastes abgestimmt wird.
Ayurvedisch kochen
Viele Hotels und Kur-Einrichtungen bieten passend zur Ayurveda-Kur auch ayurvedische Küche, manchmal sogar Kochkurse an. Auch die Ernährungslehre des Ayurveda zielt auf den Ausgleich der drei Körperenergien (Vata, Pita, Kapha) und empfiehlt dem entsprechend nicht für alle dieselben Nahrungsmittel.
Hat man eine individuelle Diagnose, kann man sich an den daraus resultierenden Empfehlungen orientieren, doch gibt es darüber hinaus Gemeinsamkeiten, die grundsätzlich berücksichtigt werden sollten: Zum Beispiel die Hauptmahlzeit mittags einnehmen, grundsätzlich nur bei Hunger essen, frische Lebensmittel verwenden, keine Zwischenmahlzeiten einnehmen und viel Wasser und Kräutertee trinken. Auch sollten immer alle fünf Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, bitter und „zusammen ziehend“) in einer Mahlzeit enthalten sein.
Yoga und Meditation
Ayurveda wird gelegentlich als das „Dach des Yoga“ bezeichnet, denn die harmonisierenden und beruhigenden Bewegungs- und Meditationsübungen waren immer schon ein Teil des indischen „Wissens vom Leben“ (sanskr: Ayurveda). Denn zu einem gesunden Leben gehört auch ein ausgeglichenes Wesen und ein klarer Geist, innere Ruhe und Gelassenheit – also gerade das, was uns im eher hektischen westlichen Leben oft fehlt.
Yoga-Übungen sind damit die perfekte Ergänzung einer ayurvedisch inspirierten Auszeit, doch sollte es ein eher meditativer Yoga-Stil sein, kein „Power-Yoga“, wie er derzeit in Fitness-Centern praktiziert wird. Andere östlich-meditative Bewegungskünste sind ebenfalls geeignet, z.B. Qi Gong und Tai Chi, aber auch Nordic Walking in einer schönen Naturlandschaft entspannt und harmonisiert Körper und Geist.






Abhyanga – Ganzkörper-Ölmassage „Liebende Hände“: Warmes Öl wird auf bestimmte Stellen („Marmapunkte“) gegossen, dass dann nach einem genau definierten Verfahren verstrichen und einmassiert wird. Die Massage wird mit Händen und Unterarmen ausgeführt, ist eher sanft und folgt den Körperstrukturen. Das Öl öffnet laut ayurvedischer Lehre die Entgiftungskanäle (Srotas) des Körpers, so dass schädliche Schlacken und Gifte ausgeleitet werden. Gleichzeitig nimmt die Haut über das Öl medizinisch wirksame Substanzen auf, die die drei Energien
Immer mehr Wellness-Tempel, Kurlaub-Einrichtungen sowie
Die therapeutischen Methoden des Ayurveda umfassen eine typgerechte Ernährung und die “Ausleitung von schädlichen Körpersäften” – vor allem durch das berühmte Panchakarma. In Deutschland wird vornehmlich das sogenannte Kerala-Panchakarma angeboten, das für Europäer verträglicher ist als die härtere Urform. Fasten, Abführen, verschiedene Kräutertees, der berühmte Stirnguss (Shirodhara) und das Königliche Ölbad (Pizhichil), bei dem zwei Ayurveda-Therapeuten den Patienten gleichzeitig mit drei bis vier Liter Öl massieren, kommen hier zur Anwendung. Kräuterdampfbäder und