Aktuelle Sauna-Saison: gesundes Schwitzen
Die Sauna-Kultur in Deutschland erlebte in den letzten zehn Jahren einen Boom: immer mehr Wellness-Hotels, Thermen, Spaßbäder und Kureinrichtungen bieten immer weitläufigere und abwechslungsreiche Saunalandschaften.
Die klassische Finnische Sauna ist schon lange nicht mehr alles, was geboten wird. Bio-Sauna, Dampfbad und Kräutersauna, Rotlichtkabinen und Varianten wie Rasulbad (mit gleichzeitigem Körperpeeling) und Tepedarium (warme Steine) ergänzen vielerorts das traditionelle Angebot.
So schön diese Vielfalt auch ist, so hat sie doch oft einen mit „Wellness“ kaum zu vereinbarenden Nebeneffekt. Unerfahrende Sauna-Gäste neigen zu einer Art „Sauna-Stress“, indem sie versuchen, möglichst ALLE angebotenen Saunavarianten in zwei bis drei Stunden mitzumachen.
Hinzu kommen die Aufguss-Termine zur vollen oder halben Stunde, die man nicht verpassen will. Die viel gerühmten gesundheitlich positiven Wirkungen bleiben da schon mal auf der Strecke, umso mehr, wenn nicht genügend Abkühl- und Ausruhphasen zwischen den Saunagängen eingehalten werden.
Tipps zum gesunden Saunieren
Traditionell besteht ein Saunabad aus drei Saunagängen von etwa 10 bis 15 Minuten – und zwar in der heißen „Finnischen“, in der Temperaturen um die 90 Grad herrschen. Der beliebte Aufguss sollte am Ende des Saunagangs liegen, da der auf der Haut kondensierende Wasserdampf das Schwitzen unterbricht, wenn er sich auch subjektiv sehr heiß anfühlt. Für die gesundheitliche Wirkung ist der Aufguss entbehrlich.
Die beste Körperhaltung in der Sauna ist das Liegen, da sich so der ganze Körper in derselben Temperaturzone befindet. Die zweitbeste Haltung ist das Sitzen mit angezogenen Beinen, das den Bauch entspannt und verhindert, dass während der gesamten Schwitzphase das Blut in die Beine mit den stark erweiterten Gefäßen absackt, wie es der Fall ist, wenn man sich auf die Saunabank setzt wie auf einen Stuhl: Auf der oberen Bank befindet sich der Kopf dann in einem Temperaturbereich von etwa 80° - 90° C, rund um die Füße herrschen dagegen nur 50° - 60°C, was im Sinne eines kreislaufschonenden Saunierens unbedingt vermieden werden sollte.
Nach dem Saunagang ist eine intensive Abkühlungsphase unverzichtbar: erst ein paar Schritte an frischer Luft gehen und dabei tief atmen, dann geht es ins Tauchbecken oder unter die Dusche. Anschließend soll man ausruhen, wofür in der Regel Ruheräume vorhanden sind.
Die Abkühlungsphase durch ein Fußbad zu unterstützen, wird von Saunakennern aus gutem Grund empfohlen: Im Tauchbad bzw. unter der Dusche wird nämlich lediglich die Haut gekühlt, was zu einer Gefäßverengung führt. Der „Körperkern“ ist aber immer noch erhitzt, doch kann diese Hitze über die Haut nun schlechter abgegeben werden. Werden nun die Füße knöchelhoch in ein etwa 40 Grad warmes Fußbad gestellt, reagiert der Körper, als ob man ganz von dieser Wärme umgeben ist und erweitert die Hautgefäße wieder. So kann die akkumulierte Wärme wieder abgegeben werden. Hat man sich noch nicht abgetrocknet, kann man dabei zusehen, wie die Haut jetzt schnell von selbst trocknet. In den Bademantel sollte man sich beim Fußbad also noch nicht hüllen, denn der erschwert die angestrebte Wärmeabgabe ja wieder!
Ein nach diesen Empfehlungen durchgeführtes Saunabad hat optimale gesundheitliche Wirkungen: es entspannt und baut Stress ab, reinigt den Körper und wirkt der Hautalterung entgegen. Der Kreislauf wird angeregt, das Immunsystem gestärkt und ein gesunder Schlaf ist garantiert. Gelenkbeschwerden werden gelindert und im Zuge eines Fitnesstrainings steigert das Saunieren die Leistungsfähigkeit. Wer regelmäßig in die Sauna geht, wird auch kaum mehr Erkältungen erleben und bei Ausflügen im Winter nicht frösteln.
Ältere Sauna-Beiträge: Sauna ist nicht gleich Sauna - Alles zum Thema Sauna, Teil II





