Badekultur: wohlige Entspannung für Körper und Geist
Mittwoch, den 13. Juli 2011
Ob Schwimmbad, Spaßbad oder Kurbaden in der Sole-Therme, ob Dampfbad, Moorbad oder Kleopatra-Bad in Milch und Honig: die Badekultur erlebt als Teil des Wellness-Booms der letzten Jahre eine neue Blüte und ist beliebt wie nie zuvor. Eine Wellness-Reise ohne genussvolles Bade-Erlebnis ist kaum denkbar, entsprechend vielfältig sind die Angebote und Arrangements, aus denen wir heute wählen können.
Eine kurze Geschichte des Badens: die Antike
Schon beiden Griechen und Römern schätzte man das öffentliche Baden, das als gesellschaftliches Ereignis galt und in großartigen, teils bis heute erhaltenen Badehäusern stattfand: Reinigung, Kosmetik, Massagen und Heilbehandlungen gehörten schon damals zu einem gelungenen Bade-Erlebnis. Auch Erotik hatte ihren Platz: Öffentlich badeten die Geschlechter getrennt, doch zuhause waren die Baderäume gleichzeitig auch „Tempel der Lust“.
Vom Baden zum Pudern: das Mittelalter
Im Mittelalter blühte die Badekultur im 12. und 13. Jahrhundert, als sie von den Kreuzfahrern aus dem Orient wieder eingeführt wurde.
Sauberkeit und Körperpflege, Unterhaltung und Erotik lockten die Menschen ins Bad, wo auch die „Bader“ medizinische Behandlungen wie Schröpfen oder Aderlass anboten. Doch der Kirche war das „unsittliche Treiben“ schon bald ein Dorn im Auge. Sie erhob das Nicht-Baden zur Tugend und verurteilte das Baden als überflüssigen Luxus und Verweichlichung.
Den Ärzten galten die Bäder nicht mehr als Heilstätten, sondern als Quelle gefährlicher Krankheiten, und so war es im 15. und 16. Jahrhundert schon wieder vorbei mit der ganzen Badeherrlichkeit.
Zur Zeit Ludwigs XIV. und durch das ganze Rokoko war Waschen verpönt: der Adel puderte und parfümierte sich lieber und scheute den Kontakt mit Wasser.
Die Moderne: Vom Kuren zum Wellness-Arrangenment
Zum Glück änderte sich diese unerfreuliche Sicht der Dinge im Zuge der Aufklärung wieder. Hygiene wurde als Voraussetzung von Gesundheit erkannt, Wissenschaftler und Ärzte lobten die Wirkungen von Heilwasser und heißen Quellen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Heil- und Seebäder zum beliebten Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft.
Natürliche Thermal- und Mineralquellen lockten nicht nur mit Genuss und Heilung, sondern auch luxuriöse Zerstreuungsangebote, „heilende Langeweile“, ein Kulturprogramm und nicht zuletzt der „Kurschatten“ waren unverzichtbarer Bestandteil der neu erstandenen Bade-Kultur.
Mit der öffentlichen Förderung von Gesundheits- und Heilungsprogrammen erlebten die Kurbäder dann ab etwa 1950 eine Glanzzeit. Jetzt war es für jedermann erschwinglich, zur Genesung bzw. zur Erhaltung der Arbeitskraft zu kuren. Die Bäder boomten und überboten sich mit prunkvollen Angeboten für Besserverdiener, lebten jedoch im wesentlichen vom Kurprogramm für Jedermann.
Als mit der Verknappung der Förderung und dem Ende dieser Bade-paradiesischen Zustände dann viele Gäste ausblieben, musste man sich Neues einfallen lassen: nicht nur Gesundheit ist jetzt im Angebot, sondern alles, was dem Wohlbefinden dient und gestressten Großstädtern eine erholende, entspannende und genussvolle Auszeit bietet.
Selbst organisierte Gesundheitsvorsorge und Prävention stehen jetzt im Vordergrund, Medical Wellness und Prävention ergänzen oder ersetzen die klassische Kur. Und Bäder für die Gesundheit, fürs Wohlbefinden und die Schönheit spielen eine wichtige Rolle im Rahmen der Anwendungen, die dieser neue Markt hervor gebracht hat.






Wie bei einer jeder anderen Kreuzfahrt auch, kann bei einer Wellnesskreuzfahrt auf dem Nil nicht nur Ägypten entdeckt werden, sondern jeder Reisende kann sich zwischen den Entdeckungen der fremdem Kulturen auch einmal den Körper und die Seele so richtig entspannen und den Stress und die Hektik des Alttages dadurch schnell vergessen.