Monatsarchiv für März 2009

Saunakultur: Aufgüsse, Peelings, Rituale

Mittwoch, den 25. März 2009

Nur schwitzen ist lange schon nicht mehr alles, was Sauna-Freunde vom Aufenthalt in einer Saunalandschaft erwarten. Neben der Nutzung verschiedener Sauna-Typen wie Finnische, Bio-Sauna, Dampf- und Kräutersauna, kommt es vielen immer mehr auf das Erlebnis an, dass der einzelne Sauna-Gang den Entspannungswilligen vermittelt.
Ein Aufguss zur vollen oder mancherorts auch halben Stunde ist mittlerweile vielerorts üblich, wobei es nicht mehr damit getan ist, ein wenig Wasser auf heiße Steine zu kippen.

Wie ein Aufguss wirkt

Aber zuerst die Basics in Sachen Sauna-Aufguss: Durch das Aufgießen und anschließende Verdampfen von Wasser wird schlagartig die Luftfeuchtigkeit im Saunaraum erhöht, was einen zusätzlichen Wärmereiz auf der Haut ergibt. Deshalb heißt der Aufguss in Finnland „Löyly (Gluthauch)“. Dem Wasser wird gerne ein Aufgussmittel beigemischt, so dass sich mit dem Dampf angenehme Düfte verbreiten, die nach den Erkenntnissen der Aroma-Therapie auch gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Üblich sind ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminz, Rosmarin, Latschenkiefer, oder auch synthetisch hergestellte Duftnoten wie Apfel-Zimt, Waldfrucht, Orange, Erdbeere und sogar „Slibowitz“.
Der aufsteigende Wasserdampf kondensiert, nachdem er sich zunächst im Raum verteilt hat, auf der Haut der Badenenden. Dies führt zur Unterbrechung des Schwitzens und verstärkt den subjektiven Eindruck von Hitze, denn das Schwitzen dient dem Körper ja als Kühlungsmethode.

Das Ritual

Um das Aufsteigen und die Verteilung des Dampfes zu beschleunigen, wird in öffentlichen Saunabädern vom Badepersonal der Dampf durch Wedeln oder Schlagen mit einem Tuch im Saunaraum verteilt. Meist wird dreimal hintereinander aufgegossen, nach jedem Guss gibt es eine kleine Pause, nach der der Sauna-Bademeister das „Wedel-Ritual“ mehr oder weniger intensiv durchzieht. Mancherorts wird in den Pausen auch mal ein Eimer mit Eiswürfeln herum gereicht, so dass die Gäste neben den Hitzereizen auch das Spiel mit punktueller Kälte genießen können. Puristen sind gegen diese Spielereien und rühmen das „reine Schwitzen“, doch macht es eben einfach Spaß, so dass die meisten doch nach den Eiswürfeln greifen.

Peeling in der Sauna: Honig- und Salz-Aufgüsse

Um das Wellness-Erlebnis Sauna noch ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, werden vielerorts mittlerweile auch Spezial-Aufgüsse angeboten, z.B. der Salz- und der Honig-Aufguss. Dabei handelt es sich nicht wirklich um Aufgüsse mit Salz oder Honig, sondern um ein Peeling: Vor dem Aufgießen verteilt der Saunameister grobkörniges Mineralsalz bzw. gibt kleine Teller mit Honig aus. Die Gäste verteilen das jeweils gewählte Mittel auf dem ganzen Körper, wodurch sich das nachfolgende Schwitzen und die Begegnung mit dem Dampf ganz anders anfühlt als gewohnt. Das Verreiben des Salzes ergibt ein Peeling-Effekt für die Haut, zudem wirkt es desinfizierend, schweißtreibend und entschlackend.
Kommt Honig zur Anwendung, bindet er Feuchtigkeit, wirkt antibakteriell, klärt, beruhigt und strafft die Haut. Entgegen dem, was man von Honig erwarten würde, ist es kein „klebriges Erlebnis“, denn in der Wärme verdünnt sich der Honig soweit, dass dieser Effekt gar nicht eintritt.

Saunabetreiber werden immer fantasievoller im Erfinden neuer Sauna-Erlebnisse. So gibt es mittlerweile auch Schokocreme- und Ziegenmilch-Aufgüsse, „Gluthauch-Aufgüsse“ mit Minz-Öl, sowie „Wenik-Aufgüsse“, bei denen das traditionelle Büschel aus Birkenreisig zum Einsatz kommt, mit dem die Badenden den Körper nach dem Aufguss durch „Abschlagen“ massieren.

Tipp: Sauna Shop

Aktuelle Sauna-Saison: gesundes Schwitzen

Dienstag, den 10. März 2009

SaunaDie Sauna-Kultur in Deutschland erlebte in den letzten zehn Jahren einen Boom: immer mehr Wellness-Hotels, Thermen, Spaßbäder und Kureinrichtungen bieten immer weitläufigere und abwechslungsreiche Saunalandschaften.
Die klassische Finnische Sauna ist schon lange nicht mehr alles, was geboten wird. Bio-Sauna, Dampfbad und Kräutersauna, Rotlichtkabinen und Varianten wie Rasulbad (mit gleichzeitigem Körperpeeling) und Tepedarium (warme Steine) ergänzen vielerorts das traditionelle Angebot.

So schön diese Vielfalt auch ist, so hat sie doch oft einen mit „Wellness“ kaum zu vereinbarenden Nebeneffekt. Unerfahrende Sauna-Gäste neigen zu einer Art „Sauna-Stress“, indem sie versuchen, möglichst ALLE angebotenen Saunavarianten in zwei bis drei Stunden mitzumachen.
Hinzu kommen die Aufguss-Termine zur vollen oder halben Stunde, die man nicht verpassen will. Die viel gerühmten gesundheitlich positiven Wirkungen bleiben da schon mal auf der Strecke, umso mehr, wenn nicht genügend Abkühl- und Ausruhphasen zwischen den Saunagängen eingehalten werden.

Tipps zum gesunden Saunieren

Traditionell besteht ein Saunabad aus drei Saunagängen von etwa 10 bis 15 Minuten – und zwar in der heißen „Finnischen“, in der Temperaturen um die 90 Grad herrschen. Der beliebte Aufguss sollte am Ende des Saunagangs liegen, da der auf der Haut kondensierende Wasserdampf das Schwitzen unterbricht, wenn er sich auch subjektiv sehr heiß anfühlt. Für die gesundheitliche Wirkung ist der Aufguss entbehrlich.

Die beste Körperhaltung in der Sauna ist das Liegen, da sich so der ganze Körper in derselben Temperaturzone befindet. Die zweitbeste Haltung ist das Sitzen mit angezogenen Beinen, das den Bauch entspannt und verhindert, dass während der gesamten Schwitzphase das Blut in die Beine mit den stark erweiterten Gefäßen absackt, wie es der Fall ist, wenn man sich auf die Saunabank setzt wie auf einen Stuhl: Auf der oberen Bank befindet sich der Kopf dann in einem Temperaturbereich von etwa 80° – 90° C, rund um die Füße herrschen dagegen nur 50° – 60°C, was im Sinne eines kreislaufschonenden Saunierens unbedingt vermieden werden sollte.

Nach dem Saunagang ist eine intensive Abkühlungsphase unverzichtbar: erst ein paar Schritte an frischer Luft gehen und dabei tief atmen, dann geht es ins Tauchbecken oder unter die Dusche. Anschließend soll man ausruhen, wofür in der Regel Ruheräume vorhanden sind.
Die Abkühlungsphase durch ein Fußbad zu unterstützen, wird von Saunakennern aus gutem Grund empfohlen: Im Tauchbad bzw. unter der Dusche wird nämlich lediglich die Haut gekühlt, was zu einer Gefäßverengung führt. Der „Körperkern“ ist aber immer noch erhitzt, doch kann diese Hitze über die Haut nun schlechter abgegeben werden. Werden nun die Füße knöchelhoch in ein etwa 40 Grad warmes Fußbad gestellt, reagiert der Körper, als ob man ganz von dieser Wärme umgeben ist und erweitert die Hautgefäße wieder. So kann die akkumulierte Wärme wieder abgegeben werden. Hat man sich noch nicht abgetrocknet, kann man dabei zusehen, wie die Haut jetzt schnell von selbst trocknet. In den Bademantel sollte man sich beim Fußbad also noch nicht hüllen, denn der erschwert die angestrebte Wärmeabgabe ja wieder!

Ein nach diesen Empfehlungen durchgeführtes Saunabad hat optimale gesundheitliche Wirkungen: es entspannt und baut Stress ab, reinigt den Körper und wirkt der Hautalterung entgegen. Der Kreislauf wird angeregt, das Immunsystem gestärkt und ein gesunder Schlaf ist garantiert. Gelenkbeschwerden werden gelindert und im Zuge eines Fitnesstrainings steigert das Saunieren die Leistungsfähigkeit. Wer regelmäßig in die Sauna geht, wird auch kaum mehr Erkältungen erleben und bei Ausflügen im Winter nicht frösteln.

Ältere Sauna-Beiträge: Sauna ist nicht gleich SaunaAlles zum Thema Sauna, Teil II