Wellness im Winter mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM)
Dienstag, den 23. Dezember 2008
Der Winter ist – nicht nur in der traditionellen chinesischen Medizin – eine Zeit des Rückzugs, der Ruhe und der Verinnerung. Die Natur macht eine Ruhepause, um neue Kräfte für den Frühling zu sammeln. Würden wir uns ebenso verhalten, es jetzt mal alles ruhiger angehen, Stress vermeiden und uns vor Kälte schützen, gäbe es deutlich weniger Erkältungen und andere winterliche „Schwächen“ in unserem Leben.
Leider ist dem nicht so. Im Gegenteil: zum Jahresende hin wird das zivilisierte Leben sogar noch ein wenig hektischer als sonst. Vieles muss noch abgeschlossen werden, die nahende Festzeit versetzt so manchen in einen Konsum- und Vorbereitungsrausch, der der nötigen Ruhe geradezu entgegen gesetzt ist.
Hinzu kommt der häufige Wechsel zwischen überheizten Räumen mit trockener Luft und nasser, kalter Umgebung – kein Wunder, dass der Januar dann der Monat mit den meisten Krankmeldungen ist.
Gerade jetzt kann eine Auszeit Wunder wirken – zum Beispiel ein Wellness-Wochenende oder eine kurze Kur mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Es gibt mittlerweile etliche Hotels und Kureinrichtungen, die sich darauf spezialisiert haben, die ganzheitliche Lehre aus dem fernen Osten mit ihren verschiedenen Behandlungsweisen im Rahmen eines Medical-Wellness-Arrangements verfügbar zu machen. „Medical Wellness“ bedeutet, dass die Behandlungen nicht bloß punktuell ein gutes Gefühl vermitteln sollen, sondern im Ganzen auf den Lebensstil des Menschen einwirken. Heilbehandlungen, Ernährungsweise, Bewegungsübungen und Entspannungsmethoden bilden im besten Fall einen heilsamen und erholenden Impuls, der sich nach Ende der Kur im Alltag fortsetzt.
Der Winter in der TCM
Die uralte Lehre vom gesunden Leben sieht den Menschen durchflossen von der Lebensenergie „Qi“, die jedoch nur ungehindert und harmonisch fließen kann, wenn Yin und Yang, der aktive und passive Aspekt aller Dinge (einschließlich der Funktionen und Strukturen unseres Körpers) im Gleichgewicht sind.
Bei Krankheit und Schwächlichkeiten aller Art ist das harmonische Zusammenspiel gestört. Alle Behandlungen und Anwendungen der TCM zielen darauf ab, die Harmonie wieder herzustellen, bzw. zu stärken und zu unterstützen.
Im Winter zieht sich der Yang-Aspekt, der aktive und dynamische Teil unsere Energie nach innen zurück, äußerlich ist es die Zeit des Yins, der Verhüllung und des Verborgenen. Besinnung und Reflexion sind Verhaltensweisen, die zu dem, was in der Natur und auch im Körper stattfindet, am besten passen.
Das empfänglichste Organ des Winters, die Nieren, sind der Sitz der angeborenen Konstitution und unserer Willenskraft. Sie sind dem im Winter dominierenden Element „Wasser“ zugeordnet und sie bewahren unser kostbarstes Gut, das was die Chinesen die „Essenz“ oder auch die „substanziellen Kräfte“ nennen. Es geht um jene Grundenergie, die für unsere Lebensdauer und Kraft verantwortlich ist, und mit der wir durch Exzesse, Schlafentzug, Alkoholmissbrauch oder eben einen Lebenswandel der “an die Nieren geht” massiv Raubbau betreiben. Erschöpfung und vielerlei Erkrankungen sind die Folge, weshalb eine Zeit der Einkehr und des Ausruhens im Winter besonders förderlich ist – auch im Sinne der Prävention.
Die TCM-Kur im Winter
Anwendungen der TCM sind zum Beispiel Akupunktur und Akupressur, Kräuterheilkunde, Moxibustion, Chiropraxis, Tuina-Massage, sowie Meditations- und Bewegungstechniken wie Tai Chi und Qi Gong. Dem ganzheitlichen Anspruch gerecht wird eine TCM-Kur nur dann, wenn auch ein entsprechend ausgebildeter Arzt die Behandlungen begleitet und zunächst eine Diagnose macht – das bekannteste, aber nicht einzige Verfahren ist zum Beispiel die berühmte Puls- und Zungendiagnose.
Mit dem so erlangten Wissen über den Zustand des Patienten wird der Arzt die Behandlungsformen und Anwendungen individuell bestimmten – angepasst auf die Winterzeit und das Ziel, Yin und Yang auf natürliche, dem Winter entsprechende Weise auszugleichen.
Hinzu kommt eine entsprechende Ernährung nach der 5-Elemente-Küche der TCM, die ebenfalls für den Winter andere Lebensmittel empfiehlt als im Sommer: mehr Gekochtes und weniger Rohkost, dafür mehr Wintergemüse, Salziges, Fisch, Kichererbsen, Algen und Mineralwasser.
Neben den TCM-Behandlungen und der entsprechenden Küche bieten spezialisierte Einrichtungen und Wellness-Hotels heute auch alle Annehmlichkeiten moderner Wellness-Kultur – zuvorderst ein gutes SPA mit umfangreichem Sauna-Angebot.
Der Wechsel zwischen Schwitzen und Abkühlung lässt sich im Winter viel deutlicher und vielfältiger erleben als im Sommer, das Immunsystem wird gestärkt und wir machen uns damit auch stark für die vielfältigen alltäglichen Wechsel zwischen warmen Räumen und winterlicher Kälte.
Nach einer solchen Kur fühlt man sich wie neu geboren und kann die Zeit bis zum Frühling, bzw. bis zum Wieder-Erstarken des Yang bei guter Gesundheit und innerer Gelassenheit erleben.






„Es ist merkwürdig, dass man sich an der See nicht langweilen kann“ schrieb Thomas Mann in den „Buddenbrocks“. Es wundert also nicht, dass