Monatsarchiv für Oktober 2008

Traditionellen Chinesischen Medizin III

Samstag, den 25. Oktober 2008

TCM-Diagnosen

Leibhaftige Untersuchungen sind in der westlichen Medizin aus der Mode gekommen. Damit entfällt eine Form der Zuwendung, die früher wichtiger Teil eines Arztbesuches war.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist das noch anders: Der Patient wird betrachtet, betastet, es wird aufmerksam zugehört – in für uns recht ungewohnter Ruhe! Aus der genauen Beobachtung von Puls, Gang, Stimme, Augen und Zunge erschließen sich dem Kundigen fast alle körperlichen und psychischen Leiden und Defekte. Aus dem Zungenbelag entnimmt der Arzt Hinweise auf den Zustand innerer Organe wie Herz, Magen, Nieren, Leber und Gallenblase.
Eine TCM-Konsultation ist eine im Wortsinne „berührende“ Erfahrung, die im Rahmen einer TCM-Kur ganz am Anfang steht.

Ganzheitliches Wohlbefinden

Die verschiedenen Aspekte der chinesischen Lehre ähneln schon vom ganzheitlichen Ansatz her dem heute propagierten „Wellness-Lebensstil“: richtige Ernährung, angemessene Bewegung, Entspannungs- und Stressmanagement, sowie bewusster Umgang mit der Natur und mit Genussmitteln.
Wer TCM kennen lernen will, findet mittlerweile in vielen Kur-Einrichtungen und im Rahmen spezialisierter Wellness-Arrangements Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit TCM-Behandlungen, Bewegungsübungen und einer TCM-inspirierten Ernährung zu machen.

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Traditionellen Chinesischen Medizin II

Mittwoch, den 22. Oktober 2008

Yin und Yang

Krankheit entsteht aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin durch ein Missverhältnis der polaren Energien Yin und Yang, die über verschiedene Energiebahnen (Meridiane) durch den Körper und zu den Organen fließen.
Neben Unfällen und den Folgen einer falschen Lebensweise gehören äußere Faktoren wie etwa Kälte, Wind und Feuchtigkeit zu den krankmachenden Faktoren. Zum zweiten gibt es innere, emotionale Faktoren wie Ärger, Stress, Angst, Frustration und Trauer: dauern diese Zustände zu lange, bringen sie die Lebenskraft (Chi) aus dem Gleichgewicht und Störungen treten auf. Besonders empfindlich reagieren Herz und Leber, was nach TCM-Auffassung häufig zu chronischen Erkrankungen führt.

Im Reich der westlichen Wissenschaften wurde ein vergleichbarer Ansatz erst mit der Psychoanalyse und deren Anwendung auf körperliche Krankheiten durch Georg Groddeck gefunden, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Massagen des Körpers durch “Lockerungen von Seelenverkrampfungen” ergänzte. Er gilt als Begründer der modernen psychosomatischen Medizin, die jedoch im Gesundheitssystem nach wie vor ein Schattendasein führt und erst dann in Betracht gezogen wird, wenn keine physisch greifbaren Symptome festgestellt werden können.

Die fünf Elemente bzw. Wandlungsphasen

Das TCM-Konzept der fünf Wandlungsphasen ordnet alle Naturphänomene einem der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zu. Ihr harmonisches Zusammenspiel bewirkt Gesundheit und Wohlbefinden, ein Zuviel oder Zuwenig einzelner Elemente führt zu Ungleichgewichten und damit zu Krankheit und Missbefinden.
Ihre Entsprechung haben die Wandlungsphasen zum Beispiel in den Jahreszeiten, im Tagesablauf und auch in den Lebensphasen des Menschen, in denen jeweils andere Elemente dominieren. Daraus ergibt sich, dass sich auch der jeweilige Lebensstil den Gegebenheiten der Jahres- und Tageszeit, sowie dem Lebensalter anpassen muss, wenn ein Maximum an Harmonie erreicht werden soll.

Die Ernährungslehre

Am Beispiel der Ernährungslehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird klar, wie die Grundprinzipien in der Lebenspraxis Anwendung finden: Jede Mahlzeit soll möglichst alle fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf, salzig) und auch alle fünf Farben (grün, rot, gelb, weiß und blau/schwarz) enthalten.
Die Lebensmittel werden in Yin- und Yang-Nahrung eingeteilt, wobei Yang für Wärme steht und Yin für Kälte. Das bezieht sich nicht auf die Temperatur der Nahrung, sondern auf die Wirkung, die sie im Organismus haben: Gewürze erzeugen z.B. Wärme, Gurken und Tomaten kühlen. (Und wirklich: wer hat schon im herein brechenden Winter noch Lust auf einen “Sommersalat”?) Daneben gibt es noch neutrale Nahrungsmittel wie Kohl, Möhren, Hülsenfrüchte oder Getreide.

Traditionelle, chinesische Medizin (TCM) und Wellness

Donnerstag, den 16. Oktober 2008

TCM, die vor über 2000 Jahren in China entstandene Heilkunst, erlebt in unseren Tagen einen regelrechten Boom. Nicht nur Patienten nutzen zunehmend die therapeutischen Verfahren aus dem fernen Osten, auch im Rahmen von Wellnessreisen und Entspannungswochenenden begegnen Erholung und Entspannung Suchende den Methoden, die auf dieser Lehre fußen: z.B. Tuina- und Schröpfmassagen, die Bewegungskünste Qigong und Taijiquan. Auch die Fingerdruckmassage Shiatsu arbeitet mit den Meridianen der chinesischen Lehre und so manche Räume der Wellness-Tempel sind im Sinne des Feng Shui gestaltet.

Der Versuch einer Gesamtdarstellung der TCM würde den Rahmen eines Wellness-Blogs bei weitem sprengen, deshalb seien in den folgenden Beiträgen nur ein paar wesentliche Grundzüge der Lehre benannt, die – genau wie der Wellness-Lebensstil – alle Lebensbereiche ganzheitlich umfasst.